Sommerfest beim FRCF

Sommerfest beim FRCF

Eine neue Fassade, sportliche Erfolge, persönliches Engagment.Zwei außergewöhnliche Ehrungen und das gesellige Beisammensein prägten die Feier. Am vergangenen Samstag, 11.07.15, hatten die Mitglieder des Frankfurter Ruder-Club Fechenheim 1887 e.V. einmal mehr Grund zum Feiern: bei hochsommerlichen Temperaturen fanden sich viele Ruderinnen und Ruderer ein, um die in allen Bereichen erfolgreiche Entwicklung des Vereins zu feiern.

Der 1. Vorsitzende, Jürgen Burg, begann seine Ausführungen mit einem großen Dankeschön an alle Mitglieder, die zur Renovierung der Bootshausfassade und somit zu einem neuen, optisch sehr ansprechenden äußeren Erscheinungsbild des Vereinsgebäudes beigetragen hatten. Die erforderlichen Arbeiten konnten im geplanten Zeitfenster von 8 Monaten in Eigenleistung erbracht werden.

Im nächsten Punkt ging Jürgen Burg auf die sportlichen Erfolge bis dato ein. Besonders erwähnenswert sind die beiden Deutsche Meister Titel des FRCF Mitgliedes, Nico Merget, der sowohl im Zweier (SM 2-B) als auch im Achter (SM 8+B) gewann. Er startet für die FRG Germania. Selbige Vereinskonstellation gilt für Yannick Burg, den 16-jährigen Sohn des Vorsitzenden. Er erkämpfte sich den 2. Platz im Doppelzweier (JM 2x B) auf den Deutschen Juniorenmeisterschaften. Vier Kinder vertraten das Team Hessen auf dem Bundeswettbewerb in Hürth, nachdem sie sich zuvor auf dem Landesentscheid in Kassel als Erstplatzierte (Maximilian Fink im Einer sowie Celina Borgstedt und Katharina Müller im Doppelzweier) bzw. Zweitplatzierte (Tom Groß im Einer) hierfür qualifiziert hatten. Mit Ausnahme von Maximilian Fink's Teilnahme am A-Finale blieben größere Erfolge wetterbedingt aus, denn bei fast 40 Grad in der Mittagshitze auf dem Wasser kann man verständlicher Weise keine neuen Bestmarken aufstellen.

Nico Merget und Yannick Burg verdanken ihre sportlichen Erfolge ganz sicher auch den Trainern des FRCF, die bei beiden Leistungsruderern die Basis für Technik, Kraft und Ausdauer gelegt haben. Isabel Minuth, die diesem Trainerteam angehört, wird aus beruflichen Gründen ihre langjährige Trainertätigkeit zum Monatsende leider einstellen. Das bedauert der Verein sehr. »Wir sind Isabel sehr dankbar für die unendlich vielen Stunden, die sie, gemeinsam mit den beiden Co-Trainern, in die Nachwuchsausbildung investiert hat. Sie war stets engagiert, diszipliniert, verlässlich und konnte neben dem Leistungsgedanken vor allem auch die Freude an unserem schönen Sport vermitteln«, so der Vorsitzende. »Wir sind sehr froh, dass sich Isa nach Rückkehr aus dem Ausland für zeitlich begrenzte Unternehmungen weiter zur Verfügung stellen möchte.«

Nachdem die Vereinsnadeln für 10-jährige Mitgliedschaft vergeben worden waren, konnte Jürgen Burg zu einem heutzutage doch eher seltenen Jubiläum gratulieren. Michael Schmidt, stellv. Vors. Finanzen, hält seit 40 Jahren dem FRCF die Treue. Und nicht nur das: Seine Karriere im Verein begann als Kinderruderer und setzte sich bis zur Deutschen-Vizemeisterschaft im Junior A Doppelvierer ohne Steuermann Schwergewicht fort. Im Gegensatz zu vielen Sportskameraden aus jenen Tagen kündigte er dem Verein aber nicht die Treue, sondern überlegte, wie er sich auch anderweitig zur Verfügung stellen könne. Das war der Beginn einer Erfolgsgeschichte für den FRCF, denn Michael Schmidt vereinigt viele Posten in einer Person:

Nach etlichen Jahren als Beirat wurde er 1991 zum ersten Mal als stellvertretender Vorsitzender Verwaltung in den Vorstand des FRCF gewählt und hatte dieses Amt mit einer berufsbedingten zweijährigen Unterbrechung bis 1998  inne. 1999 wurde er  zum stellvertretenden Vorsitzenden Finanzen gewählt und bekleidet dieses Amt bis heute. Mit 22 Amtsjahren ist Michael Schmidt das dienstälteste Vorstandsmitglied des FRCF. In den neunziger Jahren ordnete er, neben der Einführung des Hobby-Ruderns für erwachsene Quereinsteiger, zusätzlich zu seinem Verwaltungsamt die Finanzen und legte somit die finanzielle Grundlage für die Modernisierung unseres Bootshauses 2001. Mit dem damaligen Vorsitzenden Dieter Merget, dessen Leistungen von ihm ausdrücklich hervorgehoben wurden, zog er als »Kern-Mannschaft« dieses Projekt durch. In monatelangen Arbeiten am alten Teil der Bootshalle und am Außengelände rundete er die Modernisierung ab. Danach baute er den Erwachsenensport zur stärksten Mitglieder-Gruppe aus, was auch zum Anstieg der Mitgliederzahl von 75 auf heute gut 190 Mitglieder geführt hat.

Aufgrund dieses Mitgliederzuwachses und seiner umsichtigen Kassenführung sind dem Verein viele Investition gelungen, die es sonst nicht gegeben hätte. Seit Jahren wohnt er auch direkt  vor Ort und kümmert sich – wie Jürgen Burg so nett sagte – »auf Neudeutsch als facility manager« um Gebäude, Gelände, Bootspark u.v.m. Er ist wohl einer der wenigen, der außerdem jedes Vereinsmitglied kennt, denn als Trainer der Hobbygruppe und der Patientengruppe des Krankenhauses Nordwest »ist er stets darum bemüht, uns allen die Rudertechnik beizubringen. Das kostet ihn zweifelsohne Nerven, aber er gibt nie auf!« betonte der 1. Vorsitzende.

Nachdem drei Ruderkameraden, mit denen er seit seiner Jugend fast jeden Sonntag Morgen immer noch im Boot sitzt und an der Rudertechnik feilt, sehr zur Freude aller Anwesenden eine Bilderreise in die Vergangenheit ermöglicht hatten, nahm Michael Schmidt die Nadel zum 40-jährigen Jubiläum entgegen.

Den Abschluss des offiziellen Festaktes bildete die Ernennung der ehemaligen 1. Vorsitzenden, Claudia Prasser, zum Ehrenmitglied des Vereins. Als 20. Ehrenmitglied seit Gründung des Vereins im Jahr 1887 ist sie die erste Frau, die diesen Titel stolz in Zukunft tragen darf. »Als Ehrenmitglied hat man keine besonderen Rechte oder Pflichten – aber Reden halten darf man!«, erklärte sie und nahm sich dieses Recht mit einem Schmunzeln auch direkt heraus. Ihre durchaus etwas längeren Ansprachen im Verein sind »legendär«.

Mit den Füßen im kühlen Nass eines Planschbeckens ließen es sich die Gäste bis in den späten Abend gut gehen und immer wieder erschallte der Ruf: »Ein dreifach kräftiges Hipphipphurra auf den Frankfurter Ruder-Club Fechenheim!«